
Die
erst Papiermaschine der Welt - vom französischen Ingenieur Nicolas-Louis
Robert 1799 patentiert - wurde nach Originalplänen und Studium
der im Technischen Museum Berlin funktionierenden Robert'schen Papiermaschine
von aktiven Vereinsmitgliedern nachgebaut. Somit können wir den Besuchern
als einziges Museum Österreichs vorführen, wie Nicolas-Louis Robert
vor 200 Jahren mit seiner handbetriebenen Maschine Papier erzeugte.
Die Maschine ist in der Besucherschöpferei des Museums aufgestellt,
um den Besuchern die Veränderung im Herstellungsprozeß unmittelbar
demonstrieren zu können.

Vorführung
gegen Voranmeldung.
Die Besucher können sich von der Funktionstüchtigkeit dieser Maschine
überzeugen und hautnah Papiererzeugung wie vor 200 Jahren miterleben!
zur Geschichte:
Bis Ende des 18.Jahrhunderts wurde das gesamte Papier
von Hand hergestellt. Die Qualität dieser Papiere war sehr hoch, aber
die Produktivität der Papiermühlen zu gering um die ständig steigende
Nachfrage befriedigen zu können. Einen grundlegenden Wandel brachte
die Erfindung des Franzosen Nicholas-Louis Robert,
der die erste Langsieb-Papiermaschine baute und damit die Epoche der
maschinellen Papierfabrikation einleitete. Die einstige handwerkliche
Tradition wandelte sich im Laufe weniger Jahrzehnte zu einer modernen
Industrie.
Nach seinem Ausscheiden aus der französischen Armee arbeitete Nicholas-Louis
Robert (1761-1828) für den Drucker Pierre-Francois Didot und wurde
bald Buchhalter in der Papiermühle von dessen Sohn Saint Léger Didot
in Essones bei Paris. Dort hatte er die Idee eine Maschine zu konstruieren,
welche das Schöpfen von einzelnen Blättern ersetzen und die Herstellung
einer zusammenhängenden Papierbahn möglich machen sollte. 1798 war
der Prototyp einer derartigen Maschine fertiggestellt. Für diese Erfindung
erhielt er am 18.Jänner 1799 das Patent. Wenn auch diese Maschine
noch nicht vollkommen war, so bedeutete sie dennoch den ersten Schritt
zur Mechanisierung der Papierherstellung.

Die
Maschine bestand in der Hauptsache aus zwei in gleicher Richtung drehbaren
Walzen, um die ein endloses Sieb lief. Diese Vorrichtung war über
einer ovalen Bütte angebracht. Wurden die Walzen mit einer Handkurbel
gedreht, so bewegte sich das Sieb in seiner Längsrichtung, und mittels
eines mit Kupferlamellen bestückten Zylinders wurde fortwährend Stoffsuspension
aus der Bütte auf das Sieb gebracht. Die feuchte Papierbahn wurde
auf einer Walze aufgewickelt und periodisch abgenommen. Robert erreichte
eine Tageserzeugung von ca. 100 kg bei einer Siebbreite von 64 cm
und 5 m/min Arbeitsgeschwindigkeit. Mit dieser Maschine war es nun
erstmals möglich eine beliebig lange Papierbahn zu erzeugen und damit
Papier schneller und kostengünstiger zu produzieren.
(aus
"Kleine
Papiergeschichte")