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PAPIER KUNST FABRIK
Walter Weer, Josef Adam Moser & Herwig Zens
Eröffnung: Sonntag, 22. Juli 2007, 17.30 Uhr
Ausstellung: 23. Juli 2007 bis 20. September 2007
Dienstag bis Sonntag 10 bis 16 Uhr

Das Österreichische Papiermachermuseum etabliert sich immer
mehr zum Zentrum der Papierkunst in Oberösterreich.
Nach der äußerst erfolgreichen internationalen Papierkunstausstellung
"Paper Road" vom Jahr 2006 werden dieses Jahr unter
dem Titel „Papier Kunst Fabrik“ Arbeiten von Walter
Weer und Josef Adam Moser gezeigt.
Papier, als alltägliches Material, umfasst Zeitungen, Bücher,
Poster, Geschenkpapier und wird mit unterschiedlichen Bereichen,
wie Information, Kommunikation und Konsum in Verbindung gebracht.
Ebenso vielseitig präsentiert sich das Material Papier per
se; wie zum Beispiel englisches Aquarellpapier, indisches Büttenpapier,
handgeschöpfte Unikate oder Schreibpapier. Papier und Karton
ist unter anderem auch die Erweiterung des Skulpturenbegriffes
zu verdanken.

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Sowohl Josef Adam Moser als auch
Walter Weer arbeiten im Bereich dieses erweiterten Skulpturenbegriffes.
Die Gattungsüberschreitung der beiden Künstler
schafft ein neues Konzept von Raum und Zeit, welches sich
im Auge des Betrachters formt.
Walter Weers Werke beinhalten eine zerbrechliche Dynamik,
die besonders durch die Leichtigkeit des Materials Papier
entsteht. Gute Formbarkeit, Transparenz, Fragilität,
Verletzbarkeit und der Reiz einer besonderen Haptik zeichnen
dieses Material aus. Behutsam werden die Arbeiten durch
Farben, wie schwarz, weiß, oder rot ergänzt.
Die Farbe betont die Eigenheiten des Materials und macht
es durch diese Verfremdung spür- und erlebbar.
Walter Weer über seine Verfahrensweise:"Die
einfachen Formen meiner Objekte, die manchmal Ähnlichkeit
mit Gegenständen des Alltags haben, entstehen zunächst
durch Konstruktion. Doch während des Konstruierens
setzt bereits die Dekonstruktion ein. Parallel zum Zusammenfügen,
Verfestigen der Konglomerate, erfolgt das Ausschneiden,
kontrollierte Zerstören, Abreißen und wieder
Zusammenfügen, das Verknüpfen, aber auch das Öffnen,
das Auseinanderreißen von Schnüren und Knoten,
das Aneinanderkleben und Abziehen von Oberflächen."
Hierfür sammelt der Künstler Schnüre, Fäden,
Karton und unterschiedliches Papier um aus Abfallprodukten
des Alltags Neues entstehen zu lassen. Verwendete Zeitungsausschnitte
verweisen auf die Vergänglichkeit der Zeit und setzen
grafische Zeichen im Raum. Der Künstler selbst beschreibt
seine Arbeiten als Zustand des Atmens und Schwebens. Ihre
Bedeutungsdichte wiederum verleiht ihnen die nötige
Schwere.
Auch Josef Adam Moser schafft aus einfachsten Elementen
faszinierende Gebilde, die die Grenzen zwischen Malerei
und Skulptur aufheben. Vielmehr sind seine Arbeiten als
Hinweis auf die Malerei zu verstehen, wobei er sich vor
allem mit der Beziehung zwischen Raum und Skulptur, Farbfläche
und Farbräumlichkeit, Licht und Reflexion auseinandersetzt.
Seine Wandobjekte oder freistehende Skulpturen bestehen
aus mehreren, seriell übereinander geschichteten oder
nebeneinander gereihten Einheiten elementarer Formen, auf
deren Innen- und Rückseite Farbe aufgetragen wurde.
Erst die Bewegung des Betrachters vor dem Kunstwerk bewirkt
eine Irritation der Wahrnehmung, wodurch sich Raster, Muster
und Farbspiegelungen ergeben. Durch den Kontrast, die Überschneidung,
mehrerer Farben entsteht ein Klangbild im Spiel mit Licht
und Schatten. Diese zurückhaltenden und sanft anmutenden
Werke werden im Prozess der Wahrnehmung zum fulminanten
Raumerlebnis. |
Herwig Zens , Professor an der Akademie der bildenden Künste
in Wien, baut seine Seele in kleinsten Streifen ab. Das ist das
Material seiner Kunstarbeit. Zens beschaut nicht , er arbeitet
mit den Augen:Zens schöpft nicht, er arbeitet mit den Händen,
mit dem ganzen körper, Zens zerdenkt nichts, er arbeitet
an seinen Gedanken.und ständig gibt er seine Arbeit zu Protokoll:auf
Papier, mit Papier , durch Papier , über Papier. Papier verletzlich,
unbeständig, es wird in die Hand genommen und weiss, dass
es weggeworfen wird.Zens arbeitet auf Papier, fasziniert von Formen
und Farben, er arbeitet, verarbeitet, bearbeitet. überarbeitet
es, bedeckt es mit seinen Architekturen, Gebäudearchitekturen
,Landschaftsarchitekturen, Menschenarchitekturen, bedeckt es mit
den Spuren seiner Arbeit , mit sich selbst.
Der zweite Radierzyklus, der auf der Ausstellung gezeigt wird
ist der Palermo- Zyklus. Dabei handelt es sich um die Mumien in
den Katakomben der Kapuziner in Palermo(Sizilien).
Das Abfallstück einer Kupferplatte war der Anreger des seit
1977 durchgehend geführten Tagebuches in radierter Form.
Seither sind es über 500 Seiten geworden und es scheint als
sei kein Ende abzusehen. Gemeinsam mit Kurt Zein druckte Herwig
Zens alle Platten auf einen 40 m langen Streifen und kam damit
ins Buch der Rekorde.Technisch ist das absolut unmöglich,
doch weder Zein noch Zens verraten wie es trotzdem glückte.
Die Arbeit ist unverkäuflich.
Das radierte Tagebuch wurde bereits bei der art multiple in Düsseldorf
auf der Estampa in Madrid und in Betanza gezeigt.
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