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Georgescu-Roegen
Vater der Bioökonomie |
WARE
ist der ganzheitliche Begriff
für die Mittel zur Bedürfnisbefriedigung
(biologisch-ökologische Bedeutung),
zugleich kommunikativer Gegenstand des Handels (sozio-kulturelle
Bedeutung)
und insofern Gegenbegriff zu Geld (ökonomische Bedeutung).
Dieser nachhaltigen Sinn stiftende Begriff ist weit umfassender als die Begriffe
"Produkt" (Mikroökonomie) sowie "Güter und
Dienstleistungen" (Makroökonomie).
GANZHEITLICHKEIT
ist ein Wesensmerkmal der Fachkultur von
WARENLEHRE:
bewusste Inter- und Transdisziplinarität.

Johann Beckmann
Wegbereiter der Warenkunde
und Technologie
Zur Fachgeschichte der Warenlehre:
Im Prinzip ist das Wissen um die Waren so alt wie die Menschheit. Denn die Ware ist ursprünglich das, was der Mensch aus seinem Lebensinteresse in Verwahrung nimmt. In der Antike waren dies das Vieh, die Sklaven und Sachen, die der Mensch zu sich nahm und zumeist gemeinschaftlich verwendete. Im Prinzip handelt es sich um Erweiterungen des menschlichen Körpers und seines Stoffwechsels (insgesamt "exosomatische Organe"). Kraft seiner Intelligenz verändert Homo sapiens vorgefundene Naturobjekte in seinem Sinn, das ist der Anfang von "Technik". Mit der Tauschbarkeit von derlei Körpererweiterungen beginnen die Wirtschaftsprozesse.
Die wissenschaftliche Befassung mit diesen Phänomenen beginnt im 18. Jahrhundert. Die seit
Plinius dem Älteren (gest. 79 n.Chr.) überlieferte "Naturalis historia", eine wenig systematische Sammlung von im menschlichen Interesse befindlichen Naturobjekten, fand mit
Carl v. Linné (1707-1778) eine seither gebräuchliche Systematik. So wie Linné die Naturalien systematisierte, verfuhr
Johann Beckmann (1739-1811) mit den Artefakten. Seither ist Naturgeschichte was im Erkenntnisinteresse gelegen ist, Warenkunde was davon die technisch-ökonomischen Anwendungen angeht. Die Fachkultur der Warenlehre hat insbesondere im deutschen Sprachraum eine lange Tradition. Hingegen gibt es im anglo-amerikanischen Sprachgebrauch keinen adäquaten Begriff für "Ware". (Gleichwohl klingt im Englischen in „war“ die indogermanische Wurzel des Begriffs für Existenzkampf, Krieg, noch durch: ursprünglich als das Verlangen nach Rindern, ehedem das Vermögen nomadisierender Völker.)
Die Warenlehre ist, im Gleichschritt mit der Weiterentwicklung der Naturgeschichte zur Biologie, eine Fortentwicklung der
Warenkunde.
Die Biologie ist die Wissenschaft vom Lebendigen: was den Lebensformen gemeinsam ist gehört zu
ihrem Erkenntnisinteresse. Damit ist sie die erste Wissenschaft, welche zu den Systembedingungen der realen Welt vorgedrungen
ist
(L.v.Bertalanffy:
General System Theory).
Die dynamischen Beziehungen zwischen den Organismen und deren existenzbestimmenden Faktoren ist das Interesse von
Ökologie. Die ökologische Idee der Nachhaltigkeit hat ihre Ursprünge in der Warenkunde, die im bioökonomischen Ansatz der Warenlehre ihre Fortsetzung findet.
Die Bioökonomie hat in der Warenlehre ihre humanökologische Entsprechung,
sie verbindet die Wirtschaftswissenschaften mit der Umwelt.
Zur Ideengeschichte des warenkundlichen Fachs siehe:
Richard Kiridus-Göller: Die Warenwissenschaft in
ihrer Tradition und Bedeutung.-
In: Der Ware Sein und Schein.- Haan-Gruiten (Verlag
Europa Lehrmitel) 2002
Der umfassende Begriff "Ware" enthält drei Aspekte, die insgesamt zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise gehören:
Siehe:
Definition und Paradigma
- Ware ist
ein nachhaltig- ganzheitlicher Begriff.
Siehe: Fachtheorie
Ganzheitlichkeit ist ein
Wesensmerkmal von Warenlehre.
In der von der Biologie kommenden
allgemeinen
Systemtheorie
hat sie ihre
theoretische Grundlage.
Der Schöpfer der
Studienrichtung "Biologie und Warenlehre"
ist der Wiener Ordinarius Josef
Hölzl, Träger der Johann-Beckmann-Medaille.
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