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Nicholas
Georgescu-Roegen (1906-1994) gilt als Wegbereiter der Bioökonomie.
Den paradigmatischen Ansatz der Verbindung zwischen
Wirtschaftswissenschaft und
Umwelt bezeichnete er als "Bioeconomics". Die Bioökonomie geht
von den systemisch-
biophysischen Sachzwängen ( Constraints ) der
Ökonomie aus.
Die
Bioökonomie betrifft den Kern der realökonomischen Grundlagen.
Das Hauptinteresse der Bioökonomie gilt den Schnittstellen
zwischen dem sozioökonomischen und biologischen System.
Der Mensch muss wirtschaften um zu leben.
Die biologische Leistung
und kulturelle Aufgabe der Wirtschaft ist die
Erhaltung und
Verbesserung der Qualität menschlichen Lebens. Das ist das Sachziel der Wirtschaft.
Die Bioökonomie ist als fachübergreifender Betrachtungskreis angelegt,
als Mittel zum Leben ist die Ware
ihr wesentlicher Interessensgegenstand.
Die Bioökonomie hat
in der Warenlehre ihre
humanökologische Entsprechung
:
Die Ware – Interface zwischen Natur und Kultur – ist von
biokybernetischer
Substanz: Als „Mittel zur Bedürfnisbefriedigung“ ist die Ware
Wirkungsträger,
steuerndes und
regelndes Element im bio-kulturellen
Wirkungskreislauf.
Die nachhaltige Ware ist Vektor zur
Lebensfähigkeit (Viability, Viabilität).
Als Gegenbegriff zu Geld ist die Ware das Effektivitäts-Kriterium für den
Zugewinn an
Viabilität: die Ware ist der gesamtwirtschaftliche Gegenstand der
Warenlehre.
Zur Biologie der Bedürfnisse:
Alle Lebensfunktionen richten sich auf die Erhaltung von Lebens-Strukturen.
Bedürfnisse sind Teil der durch Evolution entstandenen Programme, um das
komplexe System Leben in seinem Gleichgewicht zu halten: sie sind als
Steuerungs- und Regelungs-Glieder von biokybernetischer Gestalt.
Bedürfnisse sind unbewusste oder bewusst gewordene
Ist-Soll-Wert-Spannungen
zwischen Organismus und Umwelt. Abweichungen (Über- oder Unterforderungen
als
Stressoren, Desinformation) deformieren die Regelkreise und
Nicht-Befriedigung
macht krank. Bedürfnisbefriedigung ist das ethische Sachziel der
Wirtschaftstätigkeit.
Bedürfnisse
(Biologische Psychologie; Definition nach Abraham Maslow)
sind angeborene (instinkthafte),
beim Menschen kulturell überformte (erlernte)
Antriebe des Handeln, welche auf die Lebenserhaltung und Verbesserung der
Lebensqualität zielen.
Die Bedürfnisbefriedigung (=Sollwert)
ist die Grundfunktion von Ware in den Regelkreisen zwischen dem Organismus und
seinen existenzbestimmenden Faktoren: Im Gebrauchswert sind die Waren
die Mittel zur Bedürfnisbefriedigung für den Menschen.
Bedürfnisse sind im Lichte der
evolutorischen Ökonomik (Evolutionsökonomik) eine
Form von Wissen (Informationsbestand):
Die Bedürfnisse erklären sich aus der Spannung zwischen Soll-Zustand
(Entropie-
Minimum) und Ist-Zustand (Abweichung in Richtung Thermodynamisches Gleich-
gewicht).
Bedürfnisse als "Empfinden eines Mangels":
Weber-Fechner Gesetz (1834)
E
= k . log I
Die Empfindungsstärke E
ist der Sinnesqualität k und der Reizstärke I logarithmisch proportional.
Dieses psychophysische Grundgesetz
befindet
sich in Übereinstimmung der Empfindungsstärke mit der Entropie-Änderung
D
S .
Ein Trivialbeispiel:
Sie lutschen ein Bonbon.
Während ihres Genusses
dissipiert das Genussobjekt.
Der
Zusammenhang:
Wir
können die Entropie als negative Information
oder die Information als negative Entropie deuten,
Information als Kehrwert zur Entropie - vgl. Schrödinger: Was ist Leben ?
Das biophysische Problem ist die Entropie-Zunahme in der Umwelt,
dazu korrespondent sind die Informations-Defizite in der Kultur.
Nicholas Georgescu-Roegen
hat die industriellen Wirtschaftsprozesse als Prozesse
beständiger Entropie-Zunahme ("kultureller Wärmetod") beschrieben, die dem negentropen Prinzip lebender
Systeme zuwider laufen.
Die Forderung der Orientierung der Ökonomie an der Logik des Lebendigen
bezeichnet er als Anliegen der Bioökonomie.
Prinzip: Negentropie = Information = Gewinn (Verfügbarkeit)
Entropie = Verlust = Kosten (Unverfügbarkeit)
Ludwig Boltzmann
/ Max Planck : S
= k . logW
Entropie = Boltzmann-Konstante mal Logarithmus der Wahrscheinlichkeit.
Die
"Formel für den Tod" findet sich am Grabmal:
Erwin Schrödinger (1944 : Was ist Leben
?)
Entropie = k log D
" Wenn D ein Maß der Unordnung ist, so kann der reziproke Wert 1 / D
als direktes Maß der Ordnung betrachtet werden. Da der Logarithmus von 1 / D
minus Logarithmus D ist, können wir die Boltzmannsche Gleichung folgendermaßen
schreiben:
- (Entropie) = k log ( 1 / D
) "
"Formel für das Leben"
"Das, wovon ein Organismus sich ernährt, ist negative
Entropie [...],
das Wesentliche am Stoffwechsel ist es, dass es dem Organismus gelingt,
sich von der Entropie zu befreien [...]"
Die bioökonomische Perspektive dazu
ist:
alle Ökonomie ist eine Ausweitung des biologischen Stoffwechsels.
Ilya Prigogine :
Leben
ist nur weit entfernt
vom thermodynamischen Gleichgewicht
möglich.

Die Gesamtänderung der
Entropie (dS) im offenen System Leben
ergibt sich aus der innerhalb des Systems erzeugten Entropie (diS)
und der über den Systemgrenzen transportierten Entropie (deS).
Die Entropie bildet den Zeitzeiger der physischen Welt.
Nicholas Georgesu-Roegen :
"Entropie-Sanduhr"

Im
geschlossenen System nimmt die Entropie zu:
Sonnenvorräte
(niedrige Entropie)
irdische Vorräte
(niedrige Entropie)
irdischer Energiefluss
Abfall
(hohe Entropie)
Das globale "Klima-Problem" der
industriellen Ökonomie ist die Entropie-Zunahme.
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Das Entropie-Minimum ist das bioökonomische Optimum. weiter
: Constraints
LITERATURHINWEISE
Eberhard K. Seifert:
Entropie und Bioökonomie.-
in: The Entropy Law and the Economic Process in Retrospect,
Schriftenreihe des IÖW 5 / 1987, S. 32-56
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In memoriam "NGR" - Nicholas Georgesu-Roegen (1906-1994)
in: BIOWARE 6 (1995/1) 16-19
Eberhard K. Seifert:
Zur nachhaltigen Rehabilitierung der "Ware".-
In: R. Löbbert / H. Lungershausen (Hrsg.): Der Ware Sein und Schein.-
Haan-Gruiten (Verlag Europa Lehrmittel) 2002, S. 201-211
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Joseph C. Dragan - Mihai C.
Demetrescu:
Entropy and Bioeconomics. The New Paradigm of Nicholas Georgescu-Roegen.
First Edition 1986, Second Edition 1991 - Nagard Publisher (Roma, Foro Trajano
1/A)
Entropy and Bioeconomics.
Proceedings of the First International Conference of the
European Association for Bioeconomic Studies - E.A.B.S / Rome 28-30 Nov.1991.-
Editrice Nagard (20122 Milano, Via Larga 11) ISSN 88-85010-11-3
Implications and Applications of Bioeconomics.
Proceedings of the Second International Conference of the
European Association for Bioeconomic Studies - E.A.B.S / Palma de Mallorca,
March 11-13, 1994.- Editrice Nagard (20122 Milano, Via Larga 11) ISSN
88-85010-48-2
Cybernetics, Ecology and Bioeconomics.
Proceedings of the International Joint Conference
E.A.B.S, Dragan European Foundation, Cybernetic Academy "Stefan Odobleja".-
Palma de Mallorca 7-10 Nov. 1998 - Edizioni Nagard ISBN 88-8510-59-8
European Association for
Bioeconomic Studies (E.A.B.S.)

Langjähriger
Mäzen und
Präsident der E.A.B.S. :
Joseph C. Dragan
(20. Juni 1917 - 21. August 2008)
Dragan European Foundation (FED) > Kontakt
Carrer de Porto Pi 2. Palma de
Mallorca, Spain.

Vizepräsident der E.A.B.S.
Mihai C. Demetrescu (28. Nov. 1919 - 1. Nov.
2001)
Prof. für Ökonomie an der Universität Oradea, Rumänien
Eberhard K.
Seifert
Honorarprofessor
für das wissenschaftliche
Fach
„Environmental Management“ an der Wirtschaftsuniversität Wien
Mitgründer & Executive-Director der
E.A.B.S.
> Kontaktadresse
Organizing Committee / Austria
Members of the Vienna-Circle:
Prof. Dr. Eberhard K. Seifert
Prof. Dr. Franz M. Wuketits
Prof. Dr. Erhard Oeser
Prof. Dr. Bernd Lötsch
Dr. Richard Kiridus-Göller
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Palma de Mallorca 1998
Mag.Dr. Richard Kiridus-Göller mit dem Wissenschaftstheoretiker Prof. Dr.
Erhard Oeser
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