BIOÖKONOMIE
 

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                                                                       Ökonomie des Lebens
 

SYMPOSIUM
EVOLUTION - WARE - ÖKONOMIE

  Evolution - Ware - Ökonomie
28. u. 29. Mai 2009
Naturhistorisches Museum Wien


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Viability
(Lebensfähigkeit)


Die Ware:
Lebensmittel und
Mittel zum Leben



Bioökonomie


Nichaolas Georgescu-Roegen
Nicholas Georgescu-Roegen: The Entropy Law and the Economic Process, Havard University Press 1971

The Entropy Law
and the Economic Process


 









































































































































       
externer
  Sonnenenergie
        zufluss-  >>

 
beschränkt die
 Entropiezunahme












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 Nicholas Georgescu-Roegen (1906-1994) gilt als Wegbereiter der Bioökonomie.
 Den paradigmatischen Ansatz der Verbindung zwischen Wirtschaftswissenschaft und
 Umwelt bezeichnete er als "Bioeconomics". Die Bioökonomie geht von den systemisch-
 biophysischen Sachzwängen ( Constraints ) der Ökonomie aus.

       
 Die Bioökonomie betrifft den Kern der realökonomischen Grundlagen.

 Das Hauptinteresse der Bioökonomie gilt den Schnittstellen
 zwischen dem  sozioökonomischen und biologischen System.

 
Der Mensch muss wirtschaften um zu leben.
 Die biologische Leistung  und kulturelle Aufgabe der Wirtschaft ist die Erhaltung und
 Verbesserung der Qualität menschlichen Lebens. Das ist das Sachziel der Wirtschaft.
 
 Die Bioökonomie ist als fachübergreifender Betrachtungskreis angelegt,
 als Mittel  zum Leben ist die Ware ihr wesentlicher Interessensgegenstand.

  Die Bioökonomie hat in der Warenlehre ihre humanökologische Entsprechung :
  Die Ware – Interface zwischen Natur und Kultur – ist von biokybernetischer  
  Substanz: Als „Mittel zur Bedürfnisbefriedigung“ ist die Ware
Wirkungsträger,
  steuerndes und regelndes Element im bio-kulturellen  Wirkungskreislauf.

  Die nachhaltige Ware ist Vektor zur Lebensfähigkeit (Viability, Viabilität).
  

  Als Gegenbegriff zu Geld ist die Ware das Effektivitäts-Kriterium für den Zugewinn an
  Viabilität: die Ware ist der gesamtwirtschaftliche Gegenstand der Warenlehre.
 

  Zur Biologie der Bedürfnisse:
  Alle Lebensfunktionen richten sich auf die Erhaltung von Lebens-Strukturen. 
  Bedürfnisse sind Teil der durch Evolution entstandenen Programme, um das
  komplexe  System Leben in seinem Gleichgewicht zu halten: sie sind als Steuerungs-  und Regelungs-Glieder von biokybernetischer Gestalt. 

 
Bedürfnisse sind unbewusste oder bewusst gewordene Ist-Soll-Wert-Spannungen
  zwischen Organismus und Umwelt
. Abweichungen (Über- oder Unterforderungen
  als Stressoren, Desinformation) deformieren die Regelkreise und
Nicht-Befriedigung
 
macht krank. Bedürfnisbefriedigung ist das ethische Sachziel der 
  Wirtschaftstätigkeit.


  Bedürfnisse (Biologische Psychologie; Definition nach Abraham Maslow)
  sind angeborene (instinkthafte[1]), beim Menschen kulturell überformte (erlernte[2])
  Antriebe des Handeln, welche auf die Lebenserhaltung und Verbesserung der
  Lebensqualität zielen.

  [1]  Ethologie = Verhaltensforschung (K. Lorenz) untersucht die vererbten 
  Programme des Verhaltens von Lebewesen.
[2]  Ethik = die Befassung mit der Frage
  nach dem richtigen Handeln: Reflexionsleistungen
/ Kann ich was ich soll ? Soll ich
  was ich kann ?

 Die Bedürfnisbefriedigung (=Sollwert) 
 ist die Grundfunktion von Ware in den Regelkreisen zwischen dem Organismus und
 seinen existenzbestimmenden Faktoren: Im Gebrauchswert sind die Waren 
 die Mittel zur Bedürfnisbefriedigung für den Menschen.

 Bedürfnisse sind im Lichte der evolutorischen Ökonomik (Evolutionsökonomik) eine
 Form von Wissen (Informationsbestand):


 Die Bedürfnisse erklären sich aus der Spannung zwischen Soll-Zustand (Entropie-
 Minimum) und Ist-Zustand (Abweichung in Richtung Thermodynamisches Gleich-
 gewicht).

 Bedürfnisse als "Empfinden eines Mangels":
  Weber-Fechner Gesetz (1834)

E =  k  .  log  I

Die Empfindungsstärke E 
ist der Sinnesqualität k und der Reizstärke I logarithmisch proportional.

 Dieses psychophysische Grundgesetz befindet 
 sich in Übereinstimmung der Empfindungsstärke mit der Entropie-Änderung  D
S .

 Ein Trivialbeispiel:
 Sie lutschen ein Bonbon. 
 Während ihres Genusses
 dissipiert das Genussobjekt.

Der Zusammenhang:
Wir können die Entropie als negative Information 
oder die Information als negative Entropie deuten,
Information als Kehrwert zur Entropie - vgl. Schrödinger: Was ist Leben ?
Das biophysische Problem ist die Entropie-Zunahme in der Umwelt,
dazu korrespondent sind die Informations-Defizite in der Kultur.

 

Nicholas Georgesu-Roegen (1906- 1994) Nicholas Georgescu-Roegen
hat die industriellen Wirtschaftsprozesse als Prozesse beständiger Entropie-Zunahme ("kultureller Wärmetod") beschrieben, die dem negentropen Prinzip lebender Systeme zuwider laufen.
Die Forderung der Orientierung der Ökonomie an der Logik des Lebendigen bezeichnet er als Anliegen der
Bioökonomie.
                                Prinzip: Negentropie  = Information = Gewinn (Verfügbarkeit)
                                Entropie = Verlust = Kosten (Unverfügbarkeit)


Ludwig Boltzmann / Max PlanckS = k . logW
  Entropie = Boltzmann-Konstante mal Logarithmus der Wahrscheinlichkeit.
                                  Die "Formel für den Tod" findet sich am Grabmal:  

Ludwig Boltzmann (1844 -1906) Erwin Schrödinger (1987 -1961) : Nobelpreis 1933

Erwin Schrödinger  (1944 : Was ist Leben ?)    Entropie = k log D
                                        
" Wenn D ein Maß der Unordnung ist, so kann der reziproke Wert 1 / D als direktes Maß der Ordnung betrachtet werden. Da der Logarithmus von 1 / D minus Logarithmus D ist, können wir die Boltzmannsche Gleichung folgendermaßen schreiben:

     - (Entropie) = k log ( 1 / D )   "
"Formel für das Leben

"Das, wovon ein Organismus sich ernährt, ist negative Entropie [...],
das Wesentliche am Stoffwechsel ist es, dass es dem Organismus gelingt,
sich von der Entropie zu befreien [...]"

Die bioökonomische Perspektive dazu ist:
alle Ökonomie ist eine Ausweitung des biologischen Stoffwechsels.


       Ilya  Prigogine :
Ilya Prigogine (1917 - 2003) : Nobelpreis 1977  






Leben
ist nur weit entfernt
vom thermodynamischen Gleichgewicht möglich.

  Neg-Entropie durch Entropie-Abfuhr    Schematische Darstellung eines offenen Systems

Die Gesamtänderung der Entropie (dS) im offenen System Leben
ergibt sich aus der innerhalb des Systems erzeugten Entropie (diS)
und der über den Systemgrenzen transportierten Entropie (deS).


Die Entropie bildet den Zeitzeiger der physischen Welt.

 Nicholas Georgesu-Roegen :

    "Entropie-Sanduhr"

"Wachstum"  der  Entropie (= Grad des Verbrauchtseins)

Im geschlossenen System nimmt die Entropie zu:



 Sonnenvorräte
 (niedrige Entropie)


 irdische Vorräte
(niedrige Entropie)

 irdischer Energiefluss

 Abfall
 (hohe Entropie)


 Das globale "Klima-Problem" der industriellen Ökonomie ist die Entropie-Zunahme.

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Das Entropie-Minimum ist das bioökonomische Optimum.

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  LITERATURHINWEISE

Eberhard K. Seifert:
Entropie und Bioökonomie.-
in: The Entropy Law and the Economic Process in Retrospect,
Schriftenreihe des IÖW 5 / 1987, S. 32-56

Eberhard K. Seifert:
In memoriam "NGR" - Nicholas Georgesu-Roegen (1906-1994)
in: BIOWARE 6 (1995/1) 16-19

Eberhard K. Seifert:
Zur nachhaltigen Rehabilitierung der "Ware".-
In: R. Löbbert / H. Lungershausen (Hrsg.): Der Ware Sein und Schein.-
Haan-Gruiten (Verlag Europa Lehrmittel) 2002, S. 201-211
 
Eberhard K. Seifert:
Bioökonomik - Wider mechanistische Weltbilder.-
Zeitschrift der Austrian Biologist Association, 9.Jg.: bioskop 4 / 2006, S. 16-20
ISSN 1560-2516

Richard Kiridus-Göller:
Viabilität. Der bioökonomische Gewinn.-
Zeitschrift der Austrian Biologist Association, 11.Jg.: bioskop 1 / 2008, S. 25-28

Hans-Günter Wagner:
Bio-Ökonomie. Die nachhaltige Nischenstrategie des Menschen.-
Frankfurt am Main (Haag + Herchen) 1997
ISBN 3-86137-585-0

Janet Tai Landa /
Michael T. Ghiselin (Eds.):
Journal of Bioeconomics.-
Springer US.- ISSN: 1387-6996

Nicholas Georgescu-Roegen:
The Entropy Law and the Economic Process.-
Cambridge, Massachusetts (Harvard University Press) 1971
ISBN 0-674-25781-2 (paper)

Joseph C. Dragan - Mihai C. Demetrescu:
Entropy and Bioeconomics. The New Paradigm of Nicholas Georgescu-Roegen.
First Edition 1986, Second Edition 1991 - Nagard Publisher (Roma, Foro Trajano 1/A)

Entropy and Bioeconomics.
Proceedings of the First International Conference of the
European Association for Bioeconomic Studies - E.A.B.S / Rome 28-30 Nov.1991.-
Editrice Nagard (20122 Milano, Via Larga 11) ISSN 88-85010-11-3

Implications and Applications of Bioeconomics.
Proceedings of the Second International Conference of the
European Association for Bioeconomic Studies - E.A.B.S / Palma de Mallorca, March 11-13, 1994.- Editrice Nagard (20122 Milano, Via Larga 11) ISSN 88-85010-48-2

Cybernetics, Ecology and Bioeconomics.
Proceedings of the International Joint Conference
E.A.B.S, Dragan European Foundation, Cybernetic Academy "Stefan Odobleja".-
Palma de Mallorca 7-10 Nov. 1998 - Edizioni Nagard ISBN 88-8510-59-8

 

European Association for Bioeconomic Studies (E.A.B.S.)

 

Prof. Dr. J. C. Dragan
Langjähriger Mäzen und Präsident der E.A.B.S. :

Joseph C. Dragan  (20. Juni 1917 - 21. August 2008)
Dragan European Foundation  (FED) > Kontakt
Carrer de Porto Pi 2. Palma de Mallorca, Spain.


 

 

  Vizepräsident der E.A.B.S.
   Mihai C. Demetrescu (28. Nov. 1919 - 1. Nov. 2001)
   Prof. für Ökonomie an der Universität Oradea, Rumänien

 

                                                  Prof. Dr.  Eberhard K. Seifert, Bio-Ökonom

 Eberhard K. Seifert
 Honorarprofessor
für das wissenschaftliche Fach
 „Environmental Management“ an der Wirtschaftsuniversität Wien

 Mitgründer & Executive-Director der E.A.B.S.

 > Kontaktadresse
 



Organizing Committee / Austria
Members of the Vienna-Circle:
Prof. Dr. Eberhard K. Seifert
Prof. Dr. Franz M. Wuketits

Prof. Dr. Erhard Oeser
Prof. Dr. Bernd Lötsch
Dr. Richard Kiridus-Göller
     
 

____________________________________________________________________________3. E.A.B.S.-Symposium: Cybernetics, Ecology and Bioeconomics, 1998
                                                 Palma de Mallorca 1998
Mag.Dr. Richard Kiridus-Göller mit dem Wissenschaftstheoretiker Prof. Dr. Erhard Oeser
 

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